Archiv für die Kategorie: “Urlaubsangeln”

In diesem Jahr haben wir unseren Urlaub auf Fuerteventura verbracht und natürlich käme ich nie auf die Idee ohne meine Angeln weg zu fliegen.
Ich hatte also eine mittlere Spinnrute mit WG 30-60g dabei sowie eine Brandungsrute, jeweils den mit entsprechenden Rollen. Nach einigen orientierenden Spaziergängen im Hafen von Corralejo, habe ich es dann mit der Spinnrute auf die Meeresräuber versucht, da man von der Hafenmole mit etwas Glück Barracudas fangen kann. Leider hatte ich dieses Glück nicht ;(

Egal, denn schon wenige Tage nach Ankunft hatten Kathi und ich eine Ausfahrt zum Deepseafishing gebucht. Hierzu ging es morgens 7.45 Uhr mit einer sehr schönen little-Big-Game-Jacht vom Hafen aus los zum Angeln. Allerdings war die Fahrt schon wenige Kilometer weiter vorbei und es wurden Köderfische in Form von “Bogas” gefangen. Das Angelgerät stellte sich dabei sehr schnell als ungepflegtes und z.T. kaputtes “Zeug” heraus, welches ich Zuhause eher entsorgen würde als damit zu angeln. Trotzdem fischten wir weiter, wenn auch immer in der Hoffnung keinen wirklich guten Fisch ans Band zu bekommen, das dieser unter gegebenen Umständen nicht zu drillen gewesen wäre. Gegen 13:00 traten wir dann wieder die Heimreise an. Obwohl man uns im Vorfeld versicherte, dass wir jeden von uns gefangenen Fisch behalten können, kam man sich auf dem Rückweg wie ein Bittsteller vor, da die Fische nur ungern herausgerückt wurden. Die “edleren” Fische, wie Burros, Cabrilla, Chopas, Galanas etc. wurden durch die Crew eh sofort in eine große Kühltruhe verfrachtet. Für uns blieben lediglich größere Bogas übrig, die trotzdem am Abend ihre veredelung auf dem Grill erhielten.
Später erfuhren wir, dass der Besitzer des Bootes auch Inhaber eines Restaurants ist und so war uns auch klar, warum wir 1. nur auf Portionsfische “gestippt” haben, anstatt es auf die sportlich interessanten Fische zu probieren und wir 2. nur die “minderwertigen” Fische mitnehmen konnten.

Trotz dieses eher negativen Erlebnisses wollte ich es an einem weiteren Tag noch einmal auf einem anderen Schiff probieren. Das Boot war diesmal ein eher rustikaler Holzkatamaran ohne highend Fischfinder und solchem Zeugs. Dazu passend hätten der Kapitän und sein Bootsmann (beide gut über 60) aber aus einem typischen Hollywoodfilm stammen können, so sehr entsprachen sie dem Klischee vom alten spanischen Fischer. Bereits eine halbe Stunde nach der Ausfahrt aus dem Hafen zeigte sich jedoch, dass die Jungs ihr Handwerk verstanden. Ich saß im Kampfstuhl und durfte den ersten Barracuda meines Lebens drillen. Ein unglaubliches Gefühl! Auch ein weiterer Gast hatte danach noch zweimal die Möglichkeit einen dieser Fische an der Rute kämpfen zu spüren. Leider saß bei ihm der Haken nicht und so verlor er beide Fische. Auch das Grundangeln verlief auf diesem Boot ganz anders. Ich konnte, neben vielen großen Bogas und Galanas, auf Köderfisch einen Stachelrochen landen und unser Bootsmann fing an der Handleine eine gelbe Muräne. Den Barracuda konnte ich problemlos mitnehmen, nachdem er vom Kapitän persönlich für mich ausgenommen wurde.

Durch diese Ausfahrt motiviert kam auch Kathi noch einmal mit zu einer dritten Tour, bei der sie einen Sierra und ich einen Bluefish drillen konnten. Dieser Bursche war auch mein bisher kampfstärkster Fisch. Der Drill war unglaublich rasant und brutal…

Kurzum: Der Urlauber, der gern auch im Ausland mal die Rute in die Hand nimmt und evtl. auch die Möglichkeit hat sich seinen Fisch anschließend zu grillen oder zubereiten zu lassen, sollte eine Ausfahrt mit der “Pez Velero” im Hafen buchen. Von einer Ausfahrt mit der “Sina Maria 3” kann ich dagegen nur abraten.

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Da ich in der Vorbereitungsphase meines letzten Urlaubs im schönen Südafrika so wenig über das Angeln dort unten finden konnte, hab ich beschlossen selbst die eine oder andere Information hier zu posten. Die Angelei dort ist wahnsinnig vielseitig. Das Spektrum geht vom (Fliegen)Fischen auf Forellen in Bächen und kleinen Stauseen in den Bergen, übers Schwarzbarsch-, Karpfen- und Catfishangeln in Flüssen und Seen, bis hin zum Angeln auf Hottentots, Snoek, Bonitos, Haie u.s.w. im Atlantik oder Indischen Ozean.

Somit ist für wirklich jeden Typ Angler etwas dabei. Da die Südafrikaner, abgesehen von Forellen, so gut wie keinen Süßwasserfisch entnehmen, sind die Vorkommen dort dementsprechend gut. Auf Karpfen z.B. angeln viele Südafrikaner mit der Fliege, da diese sonst zu leicht zu überlisten wären. Möchte man einen der ebenso massenhaft vorkommenden Welse fangen, empfiehlt es sich mit Hühnerleber zu angeln. Das ist mit Abstand der beste Köder dafür. Am Orangeriver z.B., dem Grenzfluss zu Namibia, wird man mit diesem Köder und etwas Glück nicht länger als zehn Minuten auf den ersten Biss warten müssen.

Orange River

Zwar sind die Welse dort im Durchschnitt um die 50-60 cm, sie machen aber am leichten Gerät einen wahnsinnigen Spaß. Ab und zu gibts dann als Beigabe auch mal nen Yellowfish, Karpfen oder nen größeren Wels von nem Meter oder mehr.

Auch das Angeln auf Schwarzbarsch ist sehr populär in Südafrika. Leider liegen die meisten Gewässer, in denen Schwarzbarsche vorkommen, auf privatem Gelände und sind somit nur mit persönlicher Erlaubnis zu befischen. Es kann sich immer lohnen in den Angelläden nachzufragen, meist wird einem dort mit einer Telefonnummer oder anderen Tipps geholfen.

Sehr unkompliziert gestaltet sich das Angeln im Meer (Atlantik und Indischer Ozean). Hier kauft man sich einfach eine Permit im nächsten Postamt. Diese kostet ca. 40 Rand (ca. 4 €) für einen Monat und gilt für die gesamte Küste. Ausnahmen bilden lediglich einige Naturschutzgebiete. Sehr viel Spaß macht die Angelei auf Hottentots im Atlantik um Kapstadt.

Hottentot

Hottentots können von der Küste aus beangelt werden. Sie leben zwischen Felsklippen, künstlichen Wellenenbrechern und anderen Versteckmöglichkeiten. Man fängt sie dort mit leichtem Gerät und Ködern wie White Mussels, Sardinen oder Tintenfisch an Hakengröße 6-8. Die Montage betseht i.d.R. aus Hauptschnur mit Haken und einem kleinen Bleischrot. Sie wird ausgeworfen und dann lässt man den Köder mit der Drift treiben.

In Kalkbay bei Kapstdt besteht die Möglichkeit für 150 Rand p.P. mit einem Fischer zum Linefishing, dem Angeln mit der traditionellen Handleine, raus zu fahren. Zur Kontaktaufnahme muss man einfach nur im Hafenimbiss nach George und ner Angeltour fragen. Es geht vor Sonnenaufgang los und man ist am frühen Nachmittag wieder im Hafen. Gefangen werden hauptsächlich Hottentots und ähnliches in guten Stückzahlen. Man kann die Fische, die man selbst fängt, entweder behalten, am Hafen verkaufen oder, am besten, sie dem Fischer schenken damit er sie verkaufen kann.

Auch das Angeln am Strand und in Lagunen kann sehr viel Fisch bringen. Ca. 150 km von Kapstadt entfernt an der Westküste kann man sehr gut Sandhaie fangen. Diese beißen besonders gut auf Fetzen von Sardinen und Tintenfisch. Sandhaie sind zwar keine Riesen, bieten aber sehr hartnäckige Kämpfe an leichtem Gerät und sind sehr schön anzuschauen. In der Lagune von Langebaan kann man sie sogar auf Sicht von einem langen, hölzernen Bootssteg beangeln…ein extra-Schub an Adrenalin.

Sandshark

Etwas anders ist die Lage an der Ostküste. Dort trifft man auf den Indischen Ozean. Nahe des südlichsten Punktes Afrikas, dem Kap Agulhas liegt das kleine Fischerdorf Struisbay. Ein Ausflug dorthin lohnt sich auf jeden Fall. Im Hafenbecken schwimmen Rochen vom Ausmaß “Tischplatte”, die man dort sehr gut beobachten kann und von der Hafenmole wird gezielt auf Haie vom Kaliber 200 Pfund+ geangelt.

Beim Fang von Köderfischen geht immer wieder Seewels und Blowfish an den Haken, Achtung bei den Stacheln!!! Auch die Ausfahrten in Struisbay sind sehr zu empfehlen. Neben Haien kann man vom Boot sehr gut auf Cod und Bonitos angeln. Letztere sind wahnsinnig wilde Kämpfer und man verwendet hier kurze, leichte Pilkruten und 40er Mono zum Schleppen und Spinnfischen mit Wobblern, Gummis und großen, schlanken Löffelblinkern.

Bonito

Bonitos schmecken nicht nur gegrillt und geräuchert sehr gut, sie sind auch super Haiköder. Eine sehr gute Zeit zum Fang von Bonitos ist der März und April. Da kommen die Anchovis-Schwärme an die Küste und wenn sich die Bonitos dazu gesellen “kocht” das Wasser.

Ich würde (werde) bei einem nächsten Urlaub in Südafrika wieder nur eine leichte Spinrute und eine Bootsrute/leichte Pilkrute mitnehmen. Blei, Haken und sonstigen “Kleinkram” kann man vor Ort in unzähligen Angelläden kaufen. Die Preise sind dort sehr günstig und es macht Sinn sich ggf. eine Hairute incl. Rolle und dem restlichen Tackle in Südafrika zu kaufen.

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