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Ende Januar ging es los nach Kapstadt, um von dort aus per Overlandtruck über Namibia und Botswana bis nach Zimbabwe an die Victoriafälle zu fahren.
Natürlich hatte ich auch eine Reiserute inkl. einer handlichen Box mit einigen Ködern, Haken, Bleien sowie weiterem Zubehör im Gepäck.
Die erste Gelegenheit diese einzusetzen bekam ich auch gleich zu Beginn in Kapstadt. Als ich einen alten Freund besuchte, der nicht nur ein begnadeter Angler sondern auch Autor zahlreicher Artikel in südafrikanischen Angelmagazinen ist, gingen wir zusammen ans Wasser, um es auf Leerfish (Lichia Amia) zu probieren.
Diese kann man dort in den Lagunen auf ähnliche Oberflächenköder fangen wie unsere Rapfen. Schnell geführte Stickbaits, Plugs oder Löffel sind sehr erfolgreich. Leider hatten wir an diesem Tag kein Glück, was bei einem kühlen Bier in der afrikanischen Sonne aber kein allzu großes Problem war.

Orange River

Schon zwei Tage später befand ich mich am Orange River, dem Grenzfluss zwischen Südafrika und Namibia. Dieser verspricht eine wundervolle Angelei auf Yellowfish, Karpfen und Welse – wenn nicht grade, wie zu dem Zeitpunkt als wir dort waren, Hochwasser ein vernünftiges Angeln extrem erschwert. Mit Kunstködern wäre in dem orange-braunen Wasser, auf dem ganze Inseln abgespülten Ufers trieben, nichts zu machen gewesen. Die Entscheidung, es im ruhigeren Wasser einer kleinen Bucht mit einem Stück Hähnchenleber zu probieren, erwies sich jedoch als goldrichtig. Nach vielleicht einer halben Stunde bekam ich einen anständigen Biss, der sich allerdings bereits nach Sekunden wieder samt meines viel zu kleinen Hakens verabschiedete. Ich hatte vergessen, wie kampfstark die afrikanischen Welse doch sein können. Schnell war ein deutlich stabbilerer Haken montiert und verschwand mit einem frischen Stück Leber in den Fluten. Wieder dauerte es nicht lange und ein Fisch war gehakt. Dank des stark strömenden Wassers war es nicht einfach den Fisch im Drill zu kontrollieren. Das änderte sich allerdings nach ca. zehn Minuten zu meinen Gunsten und kurze Zeit später konnte ich einen prächtigen Wels von gut 80cm per Hand landen. Filetiert, in Knoblauch, Olivenöl und Kräutern mariniert und gebraten schmecken die Welse aus dem Orange River übrigens absolut lecker.
Die nächste Gelegenheit zum Angeln hatte ich dann in Swakopmund, wo ich mit einem lokalen Guide zum Haiangeln verabredet war. Früh morgens hieß es zuerst Köder beschaffen. Dazu wurde mit einer einfachen Seitenarmmontage und etwas Sardine als Köder auf Sandsharks gefischt. Wir standen dazu knietief im Wasser und angelten ca. 15-20m von uns entfernt. Nachdem wir drei dieser kleinen Haie gefangen hatten, ging es weiter um die Ruten endlich zum Angeln auf Kupferhaie fertig zu machen.

Als Köder dienten uns Teile der Sandhaie, nämlich die Kiemen, die Leber sowie ein Stück Filet. Aus diesen Bestandteilen wurde eine Art Köderroulade gemacht, die, mit zwei großen Einzelhaken versehen, an einer 4,00m Brandungsrute ca. 50m ins Meer hinaus geworfen wurde. Es dauerte nicht lange und wir konnten die Rücken- und Schwanzflossen eines Hais filmreif an der Oberfläche auf den Köder zuschwimmen sehen. Nach zwei- dreimaligem Umkreisen tauchten die Flossen ab und sekunden später spürte ich den Anbiss in der Rute. Der Kampf begann. Mein Gegner zog unaufhaltsam Schnur von der großen Multi und was ich auch tat (viel ging nicht), er ließ sich nicht aufhalten. Nach einer gefühlten Unendlichkeit und kurz vor den ersten Tränen der Anstregung in meinen Augen sprang der Hai in seiner vollen Länge aus dem Wasser und schwamm dann schnurstracks in ein Riff, in dem es zum Schnurbruch kam. Zum Glück gibt es schnellrostende Haken. Der Guide schätzte ihn auf ca. 120-140kg.
Danach ging an dieser Stelle nichts mehr und nach einem Platzwechsel sowie einiger Wartezeit, die ich zur Erholung meines Rückens und meiner Arme auch dringend nötig hatte, gab es dann den zweiten Biss.
Diesmal war der Hai jedoch deutlich kleiner und außerdem gab es weit und breit kein Riff, in das er schwimmen konnte. Dennoch verlangte mir der Kampf gegen diesen Räuber alles an Kraft ab, was ich zu bieten hatte.

Drill eines Kupferhais

Kupferhai aus Swakopmund

Nach ca. einer halben Stunde (gefühlten 5 h) kam er dann unaufhaltsam näher und der Guide konnte ihn per Schwanzwurzelgriff landen. In dem Moment zitterten mir die Knie, die Arme schmerzten und ich war wirklich fertig…der Hai übrigens auch. Wir machten schnell noch zwei-drei Fotos zusammen und schon durfte er wieder schwimmen. Die Überlebensrate bei mit der Angel gefangenen Haien liegt übrigens bei annähernd 100%. Geschätzt hatte dieser “Bronzie”, wie die Kupferhaie dort genannt werden, ca. 2,30m Länge bei einem Gewicht von ca. 60-70kg. Das war der mit Abstand härteste Drill meines Lebens.

Danger CrocsAm Kawango River sollte es dann vom Ufer aus auf Tigerfische gehen. Da es dort nicht nur Tigerfische, sondern auch viele Krokodile gibt, muss man sich stets einen Platz am Ufer suchen, der zumindest ein wenig Schutz bietet. In meinem Fall war es ein Pontonboot am Flussufer. Die beste Zeit des Tages sind, wie auch hier, die 2 Stunden um den Sonnenuntergang. Leider ist das auch Zeit, in der die Krokodile zur Nachtruhe ans Ufer kommen. Eine Stunde nachdem ich meine Rute eingepackt hatte, sahen wir im Schein unserer Taschenlampen ein ca. 5m langes Exemplar genau an meinem vorherigen Angelplatz liegen. Kawango River fishingIch fischte am Kawango mit einem kleinen Löffelblinker und bekam tatsächlich auch einige brutale Bisse, von denen ich leider keinen verwerten konnte. Auch auf schlanke Wobbler bekam ich Bisse, die ebenfalls keinen Fisch brachten. Später an der Bar erfuhr ich durch den Besitzer der Campsite, von der aus ich angelte, dass ich viel zu kleine Haken benutzte und somit auch gar kein Fisch hängen bleiben konnte. Der optimale Köder wäre entweder ein großer Streamer mit Circle-Hook oder aber  ein klassicher Effzett-Blinker bzw. ein Abu Atom in ca. 6cm  gewesen.  Beides hatte ich natürlich nicht in meiner Box…

Die nächste Station, an der ein Angeln möglich war, war das Okawango-Delta. Hier ging es mit schmalen Einbaum-Booten, s.g. Mokoros auf engen Wasserwegen zu einem kleinen See inmitten der riesigen Schilf-Seerosen-Schwimmgras-Flächen. Wir fischten sowohl mit Kunstködern als auch mit Würmern und ich konnte einen kleinen afrikanischen Hecht zum Anbiss überreden, der allerdings bei einem seiner akrobatischen Luftsprünge den Köder abschütteln konnte. Daneben gingen mir noch kleine bis mittlere Nembwe ans Band, die zumindest für kleine Erfolgserlebnisse sorgten, während einer meiner einheimischen Führer einen schönen Tilapia fangen konnte sowie einen größeren Wels verlor.Nembwe
Die letzte Gelegenheit zum Fischen hatte ich dann auf dem Zambezi oberhalb der Victoriafälle. Auch wenn es auf Grund der einsetzenden Regenzeit und des daher sehr hohen Wasserstands eine sehr schwierige Zeit fürs fischen war, wollten wir doch wenigstens noch einmal probieren einen Tigerfisch zu fangen. Wir trafen uns also morgens um 7:00 mit unserem Guide, der uns für vier Stunden den Tigerfischen auf dem Zambezi näher bringen sollte. Um es kurz zu machen: wir warfen etliche hundert mal und bekamen nicht einen Biss auf unsere (diesmal richtigen) Blinker. Lediglich beim Schleppen eines 8cm Wobblers in Firetiger krachte es kurz vor Ende der Fahrt einmal in der Rute und ein ordentlicher Tiger sprang hoch aus dem Wasser. Leider blieb es auch dabei, da er sich bei diesem Sprung auch gleich wieder verabschiedete. Was solls, aus genau diesem Grund nennen wir unser Hobby ja auch “Angeln” und nicht “Fangen” (danke Berno Niebuhr für diese weisen Worte).

Fazit: Ich habe meine Ausrüstungsliste ergänzt und viele wertvolle Erfahrungen sammeln können. Ich werde nie wieder ohne Effzetts und Abu Atoms nach Afrika reisen und vor allem, ich hab noch eine Rechnung offen mit den Tigern vom Zambezi.

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Da ich in der Vorbereitungsphase meines letzten Urlaubs im schönen Südafrika so wenig über das Angeln dort unten finden konnte, hab ich beschlossen selbst die eine oder andere Information hier zu posten. Die Angelei dort ist wahnsinnig vielseitig. Das Spektrum geht vom (Fliegen)Fischen auf Forellen in Bächen und kleinen Stauseen in den Bergen, übers Schwarzbarsch-, Karpfen- und Catfishangeln in Flüssen und Seen, bis hin zum Angeln auf Hottentots, Snoek, Bonitos, Haie u.s.w. im Atlantik oder Indischen Ozean.

Somit ist für wirklich jeden Typ Angler etwas dabei. Da die Südafrikaner, abgesehen von Forellen, so gut wie keinen Süßwasserfisch entnehmen, sind die Vorkommen dort dementsprechend gut. Auf Karpfen z.B. angeln viele Südafrikaner mit der Fliege, da diese sonst zu leicht zu überlisten wären. Möchte man einen der ebenso massenhaft vorkommenden Welse fangen, empfiehlt es sich mit Hühnerleber zu angeln. Das ist mit Abstand der beste Köder dafür. Am Orangeriver z.B., dem Grenzfluss zu Namibia, wird man mit diesem Köder und etwas Glück nicht länger als zehn Minuten auf den ersten Biss warten müssen.

Orange River

Zwar sind die Welse dort im Durchschnitt um die 50-60 cm, sie machen aber am leichten Gerät einen wahnsinnigen Spaß. Ab und zu gibts dann als Beigabe auch mal nen Yellowfish, Karpfen oder nen größeren Wels von nem Meter oder mehr.

Auch das Angeln auf Schwarzbarsch ist sehr populär in Südafrika. Leider liegen die meisten Gewässer, in denen Schwarzbarsche vorkommen, auf privatem Gelände und sind somit nur mit persönlicher Erlaubnis zu befischen. Es kann sich immer lohnen in den Angelläden nachzufragen, meist wird einem dort mit einer Telefonnummer oder anderen Tipps geholfen.

Sehr unkompliziert gestaltet sich das Angeln im Meer (Atlantik und Indischer Ozean). Hier kauft man sich einfach eine Permit im nächsten Postamt. Diese kostet ca. 40 Rand (ca. 4 €) für einen Monat und gilt für die gesamte Küste. Ausnahmen bilden lediglich einige Naturschutzgebiete. Sehr viel Spaß macht die Angelei auf Hottentots im Atlantik um Kapstadt.

Hottentot

Hottentots können von der Küste aus beangelt werden. Sie leben zwischen Felsklippen, künstlichen Wellenenbrechern und anderen Versteckmöglichkeiten. Man fängt sie dort mit leichtem Gerät und Ködern wie White Mussels, Sardinen oder Tintenfisch an Hakengröße 6-8. Die Montage betseht i.d.R. aus Hauptschnur mit Haken und einem kleinen Bleischrot. Sie wird ausgeworfen und dann lässt man den Köder mit der Drift treiben.

In Kalkbay bei Kapstdt besteht die Möglichkeit für 150 Rand p.P. mit einem Fischer zum Linefishing, dem Angeln mit der traditionellen Handleine, raus zu fahren. Zur Kontaktaufnahme muss man einfach nur im Hafenimbiss nach George und ner Angeltour fragen. Es geht vor Sonnenaufgang los und man ist am frühen Nachmittag wieder im Hafen. Gefangen werden hauptsächlich Hottentots und ähnliches in guten Stückzahlen. Man kann die Fische, die man selbst fängt, entweder behalten, am Hafen verkaufen oder, am besten, sie dem Fischer schenken damit er sie verkaufen kann.

Auch das Angeln am Strand und in Lagunen kann sehr viel Fisch bringen. Ca. 150 km von Kapstadt entfernt an der Westküste kann man sehr gut Sandhaie fangen. Diese beißen besonders gut auf Fetzen von Sardinen und Tintenfisch. Sandhaie sind zwar keine Riesen, bieten aber sehr hartnäckige Kämpfe an leichtem Gerät und sind sehr schön anzuschauen. In der Lagune von Langebaan kann man sie sogar auf Sicht von einem langen, hölzernen Bootssteg beangeln…ein extra-Schub an Adrenalin.

Sandshark

Etwas anders ist die Lage an der Ostküste. Dort trifft man auf den Indischen Ozean. Nahe des südlichsten Punktes Afrikas, dem Kap Agulhas liegt das kleine Fischerdorf Struisbay. Ein Ausflug dorthin lohnt sich auf jeden Fall. Im Hafenbecken schwimmen Rochen vom Ausmaß “Tischplatte”, die man dort sehr gut beobachten kann und von der Hafenmole wird gezielt auf Haie vom Kaliber 200 Pfund+ geangelt.

Beim Fang von Köderfischen geht immer wieder Seewels und Blowfish an den Haken, Achtung bei den Stacheln!!! Auch die Ausfahrten in Struisbay sind sehr zu empfehlen. Neben Haien kann man vom Boot sehr gut auf Cod und Bonitos angeln. Letztere sind wahnsinnig wilde Kämpfer und man verwendet hier kurze, leichte Pilkruten und 40er Mono zum Schleppen und Spinnfischen mit Wobblern, Gummis und großen, schlanken Löffelblinkern.

Bonito

Bonitos schmecken nicht nur gegrillt und geräuchert sehr gut, sie sind auch super Haiköder. Eine sehr gute Zeit zum Fang von Bonitos ist der März und April. Da kommen die Anchovis-Schwärme an die Küste und wenn sich die Bonitos dazu gesellen “kocht” das Wasser.

Ich würde (werde) bei einem nächsten Urlaub in Südafrika wieder nur eine leichte Spinrute und eine Bootsrute/leichte Pilkrute mitnehmen. Blei, Haken und sonstigen “Kleinkram” kann man vor Ort in unzähligen Angelläden kaufen. Die Preise sind dort sehr günstig und es macht Sinn sich ggf. eine Hairute incl. Rolle und dem restlichen Tackle in Südafrika zu kaufen.

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